Berlin, Sommer 2008.
Wir sitzen im kleinen Kinosaal des Filmstudios – Postproduktions-Team, Regisseur, die amerikanischen Produzenten.
Ich bin die Post-Production-Managerin des Films.
Auf der Leinwand läuft der Rohschnitt einer großen Hollywood-Produktion.
Und da ist auf einmal die Tochter der Hauptfigur.
Ich sehe sie und denke:
„Oh no. Die wird entführt werden. Oder Schlimmeres.“
Aber dann?
Sie trägt zur Story etwa so viel bei wie Freibad-Pommes zu einer Diät.
Am nächsten Tag steht der Regisseur an meinem Schreibtisch und fragt mich nach Feedback.
Ein sehr bekannter Regisseur mit sehr(!) großen Kinoerfolgen – national und international.
Mein Herz hämmert:
„Gleich hält er mich für eine Klugscheißerin, die keine Ahnung von Filmdramaturgie hat.“
Aber ich sage es trotzdem:
„Die Tochter … die hat mich irritiert. Ich dachte die ganze Zeit, ihr passiert was. Aber sie … ist einfach nur da.“
Er nickt langsam, nachdenklich, sagt „Danke“ – und verschwindet zurück im Schneideraum.
Ein paar Tage später ist die Tochter rausgeschnitten.
Als wäre sie nie dagewesen.
Ob es nur mein Feedback war? Keine Ahnung.
Aber es war ein Moment, in dem ich verstanden habe:
Jedes Element einer Story muss einen Job haben – oder es fliegt raus.
Und ziemlich genau das mache ich heute mit Texten.
Ich bin Laura
BrandStory-Copywriterin mit 20 Jahren Filmbranche im Rücken – unzähligen Drehbüchern, kleinen TV-Filmen und großen internationalen Blockbustern.
Gute Geschichten sind kein Hexenwerk.
Gute Texte auch nicht.
Beides ist Handwerk.
Und wenn ich gerade nicht schreibe? Dann trinke ich auch gern mal einen guten Rum. Den liebe ich fast so sehr wie gute Headlines.
